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Alt 30.11.2017, 11:15   #1
EDNX
 
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Standard Reparationsleistung 1954 oder die Wiedergutmachung von Hanhart - Vixa Type 20

Servus!

Friedhelm, ich hatte doch versprochen, daß ich zeige, wo die kleine Stoppminute von dir hinkommt

Hanhart aus dem Schwarzwald musste in den 1950er Jahren auch seinen Teil zur Wiedergutmachung an die Grande Nation leisten. Der Schwarzwald war zu der Zeit französiche Besatzungszone und daher tributpflichtig. Hanhart war nicht der einzige Uhrenhersteller, sondern auch Stowa musste seinen Teil leisten.

Hanhart hat unter der Auftragsnummer 5100/54 in den Jahren 1954/55 ca. 5000 Stück Chronographen an die L'Armee de l'Air geliefert.

Ich habe hier so einen seltenen Luftwaffe Chronograph mit "retour en vole" oder "Flyback" oder im Hanhart Jargon Temposchaltung vor mir liegen. Diese Vixa Type 20 wurde wegen Mangels an Ersatzteilen aus der französischen Luftwaffe ausgemustert. Unruh und Unruhkloben sowie einige andere Werkteile waren defekt und seit der Einstellung der Chronographen Produktion gab es für die Franzosen keine Ersatzteile mehr. Anscheinend wurden diese Uhren eingesetzt bis in die 1980 - solange bis nichts mehr zu reparieren und alle Teile aufgebracht waren.

Die Rückseite zeigt die FG Markierung. Fin de Garantie bedeutet, dass zu diesem Zeitpunkt die Uhr spätestens zur Überholung in eine Luftwaffen Uhrmacherei gebracht werden muss. Diese hier hat die FG 15.5.82 und das bedeutet, daß sie mindestens bis 1980 im Dienste der französichen Luftwaffe stand. Das ist eine lange Zeit von 1954 weg bis 1982 und das sieht man auch auf dem Bodendeckel.

Die Hanhart 417ES der Bundeswehr sieht auf den ersten Blick ähnlich aus, unterscheidet sich im Detail aber schon wesentlich von der Vixa Type 20.

Wenn jemand mehr über die Unterschiede hören möchte, dann kann ich sie gerne auflisten.

Viele Grüße

Felix
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Geändert von EDNX (30.11.2017 um 11:24 Uhr)
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Alt 30.11.2017, 12:23   #2
Fridspeed
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Sehr schön und interessant!
Vielen Dank für deinen Beitrag!
Die Werkteile hättest du auch sauber nach der Reinigung einstellen können.

Gruß

Frid
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Alt 01.12.2017, 10:21   #3
EDNX
 
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Ort: WK VII
Beiträge: 318
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Leider sind die Fotos beim Zerlegen enstanden und nicht beim Zusammenbau.

Es wurden nicht nur Armband Chronographen, sondern auch Taschen Chronographen geliefert an die französische Arme geliefert. Ein Rätsel sind auch die aus Restbeständen der Kriegsproduktion und mit AIR gestempelten Armband Chronographen. Es sind nur eine Handvoll dieser Uhren bekannt und man nimmt an, daß die direkt nach Kriegsende an die Franzosen geliefert wurden. Diese AIR Uhren haben schon das Nachkriegswerk mit Zentrumsschraube und Schaltfedern aus Stahldraht, aber noch den ungleichen Drückerabstand wie im WK2. Dieser Uhr fehlt nicht der Drehring, sondern hier handelt es sich um ein spezielles Gehäuse, auch gern Spargehäuse wie bei Tutima auch genannt. Ich vermute, daß dieses Gehäuse bereits Ende des Krieges aus Ermangelung an Metall so günstiger gebaut wurde. Die meist schlechte Beschichtung lässt auch darauf zurückschließen.

Gruß Felix
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